Die Geschichte der
Tenuta Villa York

Die Villa York hat eine lange Geschichte, die wahrscheinlich bis ins Mittelalter zurückreicht, aber ihre heutige Struktur ist das Ergebnis von Umbauten, die im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen wurden.
Die historische Residenz befindet sich heute in einer privilegierten Lage, in einem Gebiet, das einst römischen Adelsfamilien gehörte, wie beispielsweise den Casali.
Als kirchlicher Besitz – wie ein Großteil der römischen Landschaft – gehörte dieses als „Casal di Marcello” bekannte Stück Land von 978 bis 1647 den Nonnen von San Cosimato di Trastevere.
Im Jahr 1647 erwarb der florentinische Marquis Zenobio Baldinotti das Landgut und begann zusammen mit dem Architekten Pietro Paolo Drei mit dem Bau einer Barockvilla im authentischen Stil des 18. Jahrhunderts, die durch eine Allee aus Maulbeerbäumen mit einer kleinen Kirche verbunden war, die zunächst der Heiligen Agatha und später der Heiligen Maria della Concordia geweiht war.
Im Jahr 1697 ging die Villa in den Besitz der Marquise Girolama Bichi Ruspoli über, die den renommierten Maler Giovanni Ulisse Cariaci mit der Dekoration beauftragte, bevor sie an Prinz Benedetto Giustiniani verkauft wurde, der sie bis 1804 besaß.
Einst bekannt als Villa Baldinotti oder Bichi Ruspoli, trägt das Anwesen heute den Namen von Kardinal Enrico Benedetto Stuart, Herzog von York und Neffe von König Jakob II. von England, der es von 1804 bis 1808 besaß, nachdem er infolge der Glorious Revolution vom englischen Thron ausgeschlossen worden war.
Das Anwesen ging dann in den Besitz der Familien Silvestri und Troiani über und wurde zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der bis ins 19. Jahrhundert bestand. Spä r es Teil der Federconsorzi, bis es nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig aufgegeben wurde.
Heute befinden sich auf dem Anwesen ein wertvoller antiker römischer Altar aus der Zeit von L. Fabio Pollione und ein unterirdischer römischer Wasserspeicher unter der Villa, von dem kleine Abflusskanäle abzweigen.
1937 wurde die Villa York als Kulisse für den Film von Pierre Chenal ausgewählt, der vom Meisterwerk „Il fu Mattia Pascal” des großen Dramatikers Luigi Pirandello inspiriert war.
Heute ist sie ein Ort von seltener Schönheit, an dem Geschichte, Natur und Kultur verschmelzen und eine Aura des Geheimnisvollen und Faszinierenden schaffen.
